Abmahnkampagnen:
Gegen Amadeu-Antonio-Stiftung, haGalil u.a.
Abmahnanwälte sind ein echtes Ärgernis - so
auch die Kanzlei ksp aus Hamburg. Sie vertritt die
Nachrichtenagentur AFP und fordert von Publikative.org mehr als
1200 Euro, weil angeblich urheberrechtlich geschütztes Material
benutzt wurde. Das ist zwar Unsinn, die Sache kostet dennoch
Zeit und Geld…
Erinnerungen an Familie Fuss:
"Tati" blieb ihnen treu
Über die mitunter heldenhafte Rolle
nichtjüdischer Dienstmädchen ist wenig bekannt…
Warnung:
O
Falladah, da du hangest!
Ein romantisches Lied, in der Zeit der Neuen
Sachlichkeit…
Web-Tipp:
Nach der Schoah
Ein neues Internetprojekt des Nürnberger
Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20.
Jahrhunderts stellt lexikalisch Informationen über alle
jüdischen DP-Camps und Communities in Bayern nach 1945 zusammen.
Insgesamt sind nahezu 200 DP-Gemeinden, -Lager, -Kibbuzim,
-Krankenhäuser und -Sanatorien nachweisbar. Die zweisprachige
Webseite (deutsch/englisch) ist nach Regierungsbezirken
aufgeteilt und ermöglicht sowohl eine Suche per Stichwort wie
auch mittels einer interaktiven Karte...
Der deutsche Frühling
Oder: Von der Selbstzähmung der Deutschen
Dem Intellektuellen auf Platz 20 der
Cicero-Liste ist diesen Frühling auch wieder etwas
rausgebrochen. Platz 20 heisst Sloterdijk und gilt gemeinhin als
Philosoph. Und er ist überdies recht bekannt, denn er moderiert
gemeinsam mit seinem Kollegen Safranski (übrigens Platz 136) das
Philosophische Quartett im ZDF. In eben dieser Sendung ist es
aus ihm rausgebrochen...
Mannheim:
Erinnerungskultur zur "Arisierung"
Die Forschungsarbeit von Paulmann und Fritsche,
die in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Mannheim – Institut
für Stadtgeschichte entstanden ist, zeigt die beklemmende
Realität der Arisierung in ihrer ganzen Breite. Sie endet
allerdings nicht – wie viele andere entsprechende Arbeiten – im
Jahr 1945, sondern widmet sich auch dem Umgang zwischen Opfern
und Ariseuren in den späteren Restitutions- und
Wiedergutmachungsverfahren...
Ein Roman, zwei Geschichten:
Irrgarten
trügerischer Erinnerungen
Es bleibt ins Belieben des Lesers gestellt, von welcher Seite des
Buches aus er mit der Lektüre beginnen möchte. Denn Benjamin Stein präsentiert
in seinem zweiten Roman, ›Die Leinwand‹, auf souveräne Weise zwei Geschichten,
zwei Lebensläufe heutiger jüdischer Diaspora. Es sind die Berichte von Amnon
Zichroni und Jan Wechsler, deren Lebenslinien sich nach und nach dichter
ineinander verweben...
Nachschub:
Mehr
Fernsehtipps für April
Vom 16. bis 30. April 2012...
Vor 70 Jahren begann die Deportation:
Die Ermordung der Regensburger Juden
Am 2. April 1942 wurde mit 109 Personen die größte Gruppe
verschleppt. Vier Tage später trafen sie in der Nähe der ostpolnischen Stadt
Lublin, in Piaski, ein. Ermordet wurden diese Regensburger im Laufe der
folgenden Monate zumeist in den Vernichtungslagern von Bełżec und Sobibor.
Welche Situation fanden die deportierten Juden in Piaski bzw. in den Todeslagern
vor? Eine Skizze des Weges in die Vernichtung aufgrund aktueller
Fachliteratur...
"Starke Geste mit hoher Symbolkraft":
DFB-Delegation
wird Auschwitz besuchen
Als wichtigen und richtigen Schritt begrüßte Dieter Graumann,
Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, die Entscheidung des
Deutschen Fußball-Bundes, anlässlich der der Fußball-Europameisterschaft in
Polen und der Ukraine das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz zu besuchen…
In alter Tradition:
Sorbenfeindlichkeit
Bei seiner sorbenfeindlichen Verbalattacke hat Olaf Rose tief
in der antislawischen Mottenkiste gekramt. Denn die Sorben-Feindlichkeit
entstammt dem jahrhundertealten deutschnationalistischen Antislawismus, der sich
im Osten im ständigen „Grenzkampf“ mit den Slawen sah. Da waren die beiden
slawischen Sprachinseln in der Ober- und der Niederlausitz nach
deutschnationalem Verständnis natürlich so etwas wie „Stacheln im Fleisch des
deutschen Volkskörpers“...
Geschlachtete Kinder:
Wie lange wird es
dauern…
Wie so viele Menschen, die über die Domplatte vor dem Kölner
Dom gegangen sind, ob Kölner, Durchreisende oder Touristen, kenne ich natürlich
seit Jahren die „Klagemauer“ des Walter Josef Hermann. An Latten angebrachte
Schnüre, auf denen Pappkartons durchweg mit anti-israelischen Aussagen hängen…
Nicht schon längst erledigt:
Antisemitismus – eine weltweite Herausforderung
Wenn wir heute von Antisemitismus sprechen, kommen wir nicht
umhin, den Fokus auf den Staat Israel zu richten: Israel ist das ebenso
sichtbare wie selbstbewusste politisch-geografische und spirituelle Zentrum
jüdischer Existenz heute. Kann es angesichts eines jahrtausendealten
Ressentiments wundern, dass sich der antisemitische Furor heute vor allem am
Staat der Juden abarbeitet?...
Modernisierte Vergangenheitspolitik in Zeiten des Jihad:
Konkurrenz der Antisemiten
Als Thüringen nach dem Auffliegen des "Zwickauer Terrortrios"
und seiner Verbindungen zusehends in Verruf geriet, organisierte die
Gesinnungsgemeinschaft der anständigen Deutschen Anfang Dezember 2011 in Jena
ein Event unter dem Motto "Rock gegen Rechts", bei dem die Bürger an den Nazis
in erster Linie kritisierten, dass sie aus ihrer Gegend stammten und ihren
Wirtschaftsstandort schlecht aussehen ließen...
Gegen Neonazismus und Rassismus:
a.i.d.a.
weiter engagiert und couragiert
Seit nunmehr drei Jahren versucht das Bayerische
Innenministerium, das Projekt a.i.d.a. mundtot zu machen und die Vereinsaktiven
zu diskreditieren. Auch im soeben präsentierten Verfassungsschutzbericht für das
Jahr 2011 wird a.i.d.a. wieder erwähnt. Doch das Bestreben, a.i.d.a. mittels
Stigmatisierung und Diffamierung gesellschaftlich zu isolieren, schlägt seit
ebenso langer Zeit fehl…
Ganz ohne Pferde:
Der
Unbeteiligte und die Intelligenz
“Was sagen Sie, als Unbeteiligter, zum Thema Intelligenz?” An
diesen Spontispruch muss ich immer denken, wenn Sarrazin sich zu eben diesem
Thema äußert. Auch kürzlich wieder, als sämtliche deutsche Ackergäule vor
Begeisterung über Sarrazins Lippizanerthesen geradezu euphorisch wurden. Und das
nur, weil der Hobbypferdezüchter Thilo mal wieder feststellte, dass die deutsche
Volksintelligenz rabiat bedroht wird durch Sex mit Pferden, deren Mähne beim
Galopp nicht ganz so blond durch den Wind tanzt wie seine eigene…
Internationalen Tag gegen Rassismus:
Zentralrat der Juden ruft zu Engagement gegen Rechtsextremismus auf
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat anlässlich
des Internationalen Tages gegen Rassismus zu aktivem Engagement gegen
Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus
aufgerufen. Nicht nur an Gedenktagen, sondern im Alltag sei es Aufgabe für alle
Bürgerinnen und Bürger, mutig aufzustehen gegen jede Form von Diskriminierung.
„Alle Menschen sollen sich in Deutschland sicher fühlen können“, betonte Dr.
Graumann...
"Diese unglückliche Menschenklasse":
Der Eintrag
“Bayern” im Jüdischen Lexikon von 1927
Unsere Reihe Beiträge zur Geschichte der Juden in Bayern
erfährt eine Ergänzung durch einen Eintrag aus einem Nachschlagewerk. Er stammt
aus dem „Jüdischen Lexikon“, und damit aus einem der bedeutenderen jüdischen
allgemeinen Wissenskompendien aus den Jahren unmittelbar vor der Shoa…
Bekämpfung des Rechtsextremismus:
Es fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept
Petra Pau (Vizepräsidentin des Bundestags) während der Debatte zum “Gesetz zur
Verbesserung der Bekämpfung des Rechtsextremismus”…
Mit der Kalaschnikow:
"Der Broder darf das!"
„Vergesst Auschwitz – bevor es zu spät
ist!“, ruft Henryk M. Broder in seiner neuen Streitschrift dem
Publikum zu. Das Büchlein ist, wie so oft bei Broder, Glanzstück
und Ärgernis zugleich…
Kritik der deutschen Erinnerungskultur:
Ritualisiertes Gedenken
Die deutsche Erinnerungskultur beanstanden Dana Giesecke und Harald Welzer in
ihrem gemeinsamen Buch: “Das Menschenmögliche. Zur Renovierung der deutschen
Erinnerungskultur.” Henryk M. Broder geht noch weiter: Eine ritualisierte
Erinnerung ist oft nicht mehr als eine Ablenkung von der Gegenwart, meint er. Er
hat ein Buch vorgelegt mit dem provozierenden Titel: “Vergesst Auschwitz”…
Vortrag zu Antisemitismus und Rassismus in der
DDR:
Auf dem
rechten Auge blind?
Bei der öffentlichen und wissenschaftlichen
Auseinandersetzung mit der nun bereits mehr als 20 Jahre
untergegangenen DDR sind Aspekte sehr kurz gekommen, die für den
immer noch im Gang befindlichen Transformationsprozess der DDR
in einen Teil der Bundesrepublik Deutschland große Relevanz
haben...
"Drecksjude":
Antisemitismus-Skandal im deutschen Fußball
Als "Schande" und "Skandal für den ganzen
deutschen Fußball" bezeichnete Dieter Graumann, der Präsident
des Zentralrats der Juden in Deutschland, den Vorfall vom
vergangenen Sonntag, bei dem eine Gruppe von Hooligans den
israelischen Stürmer Itay Shechter des Erstligisten 1. FC
Kaiserslautern während des Trainings als "Drecksjuden"
beschimpften und den Hitlergruß zeigten…
Republik der Schnorrer:
Das
Volk hat den Präsidenten, den es verdient
Kaum eine Kabarett- oder Karnevalssendung in
den vergangenen Wochen verging, ohne den Inhaber des höchsten
Staatsamtes der Lächerlichkeit preiszugeben. Was für ein Glück,
dass er kein Jude ist! Sonst müsste sich jeder Komiker erst mal
für seine Kalauer entschuldigen, bevor er loskracht…
Leere Floskel:
Regensburger Gedenkpolitik
Die von der Wehrmacht verantwortete Ermordung
von 33.000 Juden in der Schlucht von Babi Jar zählt zu den
größten Massakern des Zweiten Weltkriegs. Dass Oberbürgermeister
Hans Schaidinger bei mehreren Gedenkreden angesprochen hat, dass
ein Regensburger daran maßgeblich beteiligt war und deshalb 1971
ein „Juden-Mordprozeß“ am hiesigen Landgericht stattfand,
erscheint verdienstvoll. Ist es das wirklich? …
Nachtrag zur Sendung "Die letzten Zeitzeugen":
Noch ne Portion Auschwitz gefällig?
Gedanken ohne Epilog…
Von Schlurfs, Potapkis und Zazous:
Mit Swing
und Jazz gegen das NS-Regime
Getreu dem Zitat von Albert Einstein: „Wenn einer mit Vergnügen
in Reih und Glied zu einer Musik marschiert, hat er sein Gehirn
nur aus Irrtum bekommen“, entschieden sich tausende von
Jugendlichen in Deutschland, Österreich und den besetzten
Ländern der nationalsozialistischen Unkultur die Stirn zu
bieten. Der Gleichschaltung und dem eingeforderten
Herdenverhalten setzten die „Swingheinis“ ihre eigene Kultur
entgegen: individueller Dresscode sowie kreative und ekstatische
Musik...
Ein Urteil gegen die NS-Opfer:
Fehlentscheidung aus Den Haag
Heute, am Freitag, den 3.2.2012, verkündete der Internationale
Gerichtshof in Den Haag seine Entscheidung im Fall Deutschland
./. Italien. Er gab der Klage Deutschlands statt, mit der die
Bundesrepublik Immunität gegenüber Klagen von NS-Opfern in
Italien beansprucht. Deutschland klagte vor dem IGH, weil
italienische Gerichte vielfach zu Gunsten der Opfer entschieden
und eine Klagemöglichkeit in Italien anerkannt haben. Mit diesem
Urteil ist nun der Klageweg für NS-Opfer in Italien versperrt...
Gedenken an Nazi-Opfer:
Zickzack-Kurs in Deggendorf
Vor 70 Jahren wurden acht jüdische Bürger aus der Stadt
Deggendorf an der Donau verschleppt. Jetzt wollen die Räte der
niederbayerischen Stadt die Mitglieder aus drei Familien ehren:
Sie planen, „Stolpersteine“ an den einstigen Wohnhäusern der
vermutlich in Piaski, Theresienstadt und Auschwitz Ermordeten zu
setzen.[01] Damit fährt die Stadt jenen Zickzack-Kurs weiter,
den sie schon 1962/63 bei Straßenwidmungen zu Ehren der drei
Familien eingeschlagen hatte: Denn noch vor kurzem hatte sie die
„Stolpersteine“ abgelehnt und eine eigene Art unübersehbaren
Gedenkens auf Wandtafeln angestrebt…
30. Januar 1933:
Generalstreik in Mössingen
In dem Arbeiterdorf Mössingen, zwischen Reutlingen und Tübingen,
fand am 31. Januar 1933, dem Tag nach der Machtübertragung an
die Nazis, ein Generalstreik statt. Es war im ganzen Deutschen
Reich der einzige organisierte Versuch die Katastrophe zu
verhindern und die Nazi-Regierung gleich zu Beginn zum Rücktritt
zu zwingen…
Stolperstein-Verlegung:
Gedenken in Eisleben
Am 25. Januar werden in Eisleben, Freistraße 23, weitere
Stolpersteine gelegt. Die jüdische Familie Julius Moses wohnte
in diesem Haus. Sie bestand aus dem Abteilungsleiter im Kaufhaus
Goldstein, Julius Moses, aus seiner Ehefrau Johanna und dem Sohn
Siegfried...
Lichtburgforum Berlin:
Salon Exil mit Doğan Akhanlı
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich im August 2010 die Nachricht
von der Festnahme Doğan Akhanlıs auf dem Istanbuler Flughafen.
Ein türkischer Schriftsteller mit deutschem Pass, der nach
Folter und Gefängnis, die er in jungen Jahren in der Türkei
erlitten hatte, seit über 20 Jahren unbehelligt und
ordnungsgemäß eingebürgert in Köln lebt, will zum ersten Mal
nach all der Zeit in sein Herkunftsland reisen, um seinen
kranken Vater zu besuchen, wird an der Passkontrolle verhaftet
und muss vier Monate in Untersuchungshaft verbringen…
Im Januar sehen:
Die neuen Fernsehtipps
Vom 16. bis 31. Januar 2012...
Station in Köln:
Das Denkmal der grauen Busse
Das Denkmal der grauen Busse- deutschlandweit erinnert es an die
im Rahmen der „Aktion T4“ (benannt nach der Berliner
Tiergartenstraße 4, in der sich die Zentrale zur Leitung der
Ermordung behinderter Menschen befand) systematisch
organisierten Morde an rund 70.000 psychisch kranken und geistig
behinderten Menschen im Deutschen Reich. Im Oktober 1939 gab
Adolf Hitler in einem auf den 1.9.1939 zurückdatierten Schreiben
den Auftrag zu der als „Euthanasie“ bezeichneten Tötung von
„lebensunwertem Leben“…
Mitverantwortung an den "deutschen Zuständen":
Offener Brief des Auschwitz-Komitees an die Regierenden
In großer Sorge wenden wir uns heute an Sie.
Antisemitische, rassistische und neofaschistische Ideologie und
Praxis finden Akzeptanz bis in die Mitte der Gesellschaft. Sie,
die Regierenden, tragen Mitverantwortung an den "deutschen
Zuständen" heute, an der Ökonomisierung des Denkens, an der
Entsolidarisierung der Gesellschaft, und, daraus folgend, an der
sozialen Spaltung, die Ängste schürt. Rassismus, Antisemitismus
und Fremdenfeindlichkeit haben heute wieder Konjunktur in
Deutschland... |